fiene & social-media-strategie fürs radio in wien

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“Das Tracking ballert durch die Ecke – ob das bei anderen auch so geil ist?”, fragt der Typ im lustigen Axel-Springer-Recruting-Video rund um das fiktive Startup Yeah 3000. Das Video zeigt, die Jobwelt braucht mehr Substanz – aber irgendwie muss ich auch beim Thema Social Media an die Botschaft des Videos denken. Vor einigen Wochen hatte mein Seminar “Social Media Stratgie für Radiostationen” bei der FFH Academy in Düsseldorf Premiere. Der Workshop hat mir große Freude gemacht, wir haben mit den Teilnehmern viel gearbeitet und auch diskutiert. In der kommenden Woche gibt es eine Neuauflage im XXL-Format und das zum ersten Mal in Wien.

Auf Einladung der Privatsenderpraxis beschäftigen wir uns am Freitag und Samstag (14. & 15.11.) zwei Tage lang intensiv mit Social Media im Radio. Es geht um die Bereiche Recherche, Hörerinteraktion und Markenbranding. Wir besprechen nicht nur, wie die sozialen Netzwerke wirklich ticken, sondern auch wie das perfekte Facebook-Posting aussieht und wie WhatsApp in den Sendealltag integriert werden kann.

Wenn ihr in Österreich seid – oder auch in Süddeutschland oder reiselustig seid, dann könnt ihr euch noch kurzfristig anmelden – der Workshop findet statt, sind aber noch ein paar Plätze frei.

fiene & das märchen von social radio

Ich komme gerade vom Vorbereitungstreffen der Tutzinger Radiotage. 2015 gibt es eine neue Ausgabe an der Akademie für politische Bildung, mitveranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung. Mit acht Radiomacherinnen und Radiomachern haben wir zwei Tage über das Programm beraten. Was mir im Nachhinein auffällt: Social Radio spielt keine Rolle! Das ist auch gut so.

Social Radio geistert seit einigen Monaten mit einer gewissen Faszination durch die Szene. Allerdings ist der Begriff großer Schwachsinn. Hier soll Innovation verkauft werden, die keine ist. Radio bleibt in Wirklichkeit erschreckend konservativ, was neue Formate angeht. Social Radio ist in Wirklichkeit so etwas wie ein Feigenblatt. Doch nicht einmal das.

Ich habe aber ein gewisses Verständnis für die Arbeitsgruppen in irgendwelchen Funkhäusern, die in endlosen Konzepten diesen Begriff geprägt haben und als Motivation vor sich her tragen. Schließlich hat der Fernsehbereich mit Social-TV gezeigt, wie Fernsehen und Netz verbunden werden können. Das Problem: Diese Idee läßt sich nicht übertragen, da die Ausgangslage der Medien eine andere ist.

Fernsehen ist schon immer starr und geplant gewesen. Radio ist schon immer ein soziales Medium gewesen. Als Radiomoderator bin ich es gewohnt, im Laufe der Sendung meine Inhalte anzupassen und auf aktuelle neue Ereignisse zu reagieren. Dabei ist es egal, ob die Informationen von einem Reporter, von einem Hörer per Telefon oder eben per Mail, Facebook oder App bei mir im Studio landen. Die ganzen Impulse haben Einfluss auf die thematische Entwicklung meiner Sendung.

Wie ist das beim Fernsehen? Die Sendungen sind so flexibel wie ein Brett. Jeder Gang, jede Entwicklung, alles ist geplant. Echte Social-TV-Formate waren aus TV-Macher-Sicht eine Revolution, weil die Reaktionen der Nutzer vorher nicht planbar waren. Einige Sender haben sich voll und ganz auf diese neue Situation eingelassen (wie bei unserem Rundshow-Experiment im BR), einige bieten nur eine Beteiligungs-Simulation. Leider gehört auch die Sendung “ZDF Login” in die zweite Kategorie. Es überrascht mich nicht, dass das Format in den Dornröschenschlaf geschickt wird.

Zurück zum Radio. Wenn jetzt Sender das Social Radio anpreisen, versuchen sie den (brancheninternen) Erfolg zu kopieren, ohne zu kapieren, dass sie ein Problem lösen wollen, was sie gar nicht haben. Das Social-Radio-Format bei WDR 2 in Verbindung mit den Fußballkommentatoren ist ein tolles Format. Allerdings verdient es die Bezeichnung Social Radio nicht, weil die Mechanismen nicht neu sind. Das ist klassische Hörerbeteiligung. Früher gab es Postkarten und Faxe. 2005 haben die Hörer gerne angerufen. 2010 war die Mail ins Studio total angesagt. Im letzten Jahr haben alle über Facebook geschrieben und im nächsten Jahr kommen wir um WhatsApp nicht drumherum.

Liebe Radiomacher, achtet mehr auf die Kommunukationskanäle, die sich die Hörer wünschen. Macht euer Programm teilbar und erreichbar und klebt keine Plastikbegriffe wie “Social Radio” drauf.

(P.S.: Die Tutzinger Radiotage finden 2015 vom 21. bis zum 23. Juni statt.)

 

fiene & das digitale quartett zu Gast im BASE_camp

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Am nächsten Dienstagabend (4. November, 21:00 Uhr) schon was vor? Wir vom Digitalen Quartett möchten euch gerne treffen und laden euch zu einer Bühnenausgabe in Berlin ein.

Fast 70 Ausgaben gibt es schon auf YouTube – eine Handvoll Ausgaben gab es bereits in der Kohlenstoffwelt. Ich freue mich deswegen, euch auf die nächste reale Version des Digitalen Quartetts hinweisen zu können. Das mit zwei Premieren: Wir sind zu Gast an einem neuen Ort und zum ersten Mal werden alle Gastgeber (Ulrike Langer, Franziska Bluhm, Thomas Knüwer, Richard Gutjahr und ich) des Quartetts an einem Ort dabei sein.

Wir freuen uns sehr, dass das BASE_camp in Berlin uns eingeladen hat. Am kommenden Dienstag gibt es die Geheiminterviews. Jeder Gastgeber bringt einen geheimen Interviewpartner aus der digitalen Welt für einen der anderen Gastgeber mit - nach dem berühmten Ja-Nein-Spiel muss der geheime Interviewpartner erraten werden und muss anschließend ein Interview mit der Person führen. Wie in der Vergangenheit erwarten wir frische Perspektiven. Ihr könnt euch wieder mit Offline-Tweets auf Pappe beteiligen – wie es sich für ein interaktives Format gehört.

Ab 20:30 Uhr seid ihr am Dienstag in das BASE_CAMP in Berlin eingeladen. Besucht einfach das Blog, dort gibt es einen Eintrag zu unserer Veranstaltung. Dort könnt ihr euch auch einen kostenlosen Platz reservieren. An dieser Stelle ein herzliches Dank an das BASE_camp für die Einladung und das Hosten von unserem Digitalen Quartett.

Ich freue mich auf euch!

 

 

fiene & der tipp: social community day

Screenshot 2014-10-26 21.16.23Zum Start in die neue Woche habe ich einen kleinen Tipp für euch: In Köln findet am Montag der Social-Community-Day statt. Gerade habe ich meine Vorbereitung abgeschlossen, da ich der Tagesmoderator bin. Die Gäste und deren Themen finde ich so spannend, dass ich euch nur empfehlen kann, doch noch spontan vorbei zu schauen, wenn ihr in der Nähe seid: Markus Beckedahl wird zum 10-Jährigen von Netzpolitik.org über “Freiheit für das Internet!” sprechen. Das ist auch das Tagesmotto: Jan Kottmann von Google wird dabei sein, aber auch Sepideh Parsa von der Deutschen Welle, die sich viel mit Bloggern in unterdrückenden Regimen befasst. Zwischen 10 und 13 Uhr gibt es neben der Keynote von Beckedahl zwei Diskussionsrunden – am Nachmittag gibt es dann die Möglichkeit an zwei Workshops teilzunehmen. Daniel Drepper vom Correctiv wird einen Workshop zum Thema journalistisches Arbeiten abhalten. In einem anderen Workshop gibt es eine Cryptoparty. Hier geht es zum ganzen Programm. Dar Social Community Day findet ab 10 Uhr im KOMED statt (Im MediaPark 7, Köln). Ich freue mich, euch zu sehen! Wer nicht dabei sein kann, ist eingeladen dem Hashtag #SCD14 zu folgen.

fiene & die medientage münchen 2014

Die Medientage München finden bis Freitag statt – von der Eröffnung habe ich euch ein paar Notizen mitgebracht.

Timotheus Höttges (Telekom-Chef): Die Internet-Giganten versprechen ihren Nutzern paradiesische Zustände. Haben Sie mal versucht die gekauften Inhalte von einem System in das nächste zu ziehen? Das geht gar nicht, oder nur sehr schwer. Und das bei Firmen, wo sonst alles sehr einfach ist. Wie kann Europa etwas entgegen setzen? Standards und offene Plattformen sind die Antwort auf die Internet-Monopole, die bisher entstanden sind. Niemand wird etwas dageben haben, wenn zwischen Gamingdaten oder medizinischen Daten unterschieden wird. Auch soll es eine Bereitschaft geben, dafür unterschiedlich zu zahlen.

Horst Seehofer (Ministerpräsident): Ich bin nicht gegen Google. Ich nutze Google. Das ist alles ein Segen. Da müssen wir uns was einfallen lassen, um den etwas entgegen zu setzen. Wir können reden was wir wollen, es entscheiden die Leute was sie wollen. Die Leute wissen heute, wie sie sich helfen können. Wir können niemals eine Medienpolitik gegen den Willen der Menschen machen. Wir müssen uns anpassen, dafür sind wir da.

Klaas Heufer-Umlauf (Dings): Früher war es eine Wahl zwischen drei Kanälen. Heute ist es nicht mal mehr die Wahl aus 30 Kanälen.

Shahrzad Rafati (BroadbandTV): Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man sich ständig kurzfristig neu erfinden. Es ist nicht schlimm, wenn etwas nicht funktioniert. Man muss sogar kurzfristig scheitern, um vorwärts zu kommen. Meine Mitarbeiter dürfen keine Angst haben einen Fehler zu machen. Sie dürfen ihn nur nicht zwei Mal machen.

Lutz Marmor (ARD Vorsitzender): Bei uns darf man auch Scheitern. Die Quizduell-Show hat nicht wirklich funktioniert. Die Sendung war dennoch ein Erfolg.

Christoph Krachten (Mediakraft): Mir tun die 45 Millionen Euro Gebührengelder für den ARD-ZDF-Jugendkanal leid. In den letzten Jahren haben sich die Nutzer selbst hingesetzt und eigene Angebote gestartet. Das hat man mal als User Generated Content bezeichnet. Die Realität hat Fakten geschaffen. Sender braucht das Internet nicht mehr – jeder kann Programm machen. Viele machen auch Programm, das keiner sehen will. Viele sind aber auch erfolgreich.

Nico Hofmann (UFA): Das Event im Fernsehen ist weiter der Aufschlag. Dafür produzieren wir. Aber wir müssen schauen, wie wir die Downloads messen, die On-Demand-Inhalte koordinieren. Das ist heute sehr komplex, da wir viele Module habe, die andere Anforderungen haben. Ein YouTube-Channel funktioniert heute ganz anders. Die Leute picken wir Trüffelschweine die Qualität aus den Programmen heraus. Wir sehen einen Mind-Reset bei deutschen Produzenten. Auf einmal kommt es auf Qualität an. Einmal durch die hochwertigen US-Serien, aber auch die Debatte in den Medien. Die riskanten aber an Qualität orientierte Entscheidungen führen in Deutschland meistens zu gutem Erfolg.

Christoph Schneider (Amazon Instant Video): Wir sehen ein komplementäres Verhältnis zwischen linearen Sendern und Streaming-Plattformen. Das ist derzeit keine Konkurrenz. Wenn eine Sendung durch das TV im Gespräch ist, verzeichnen wir auch steigene Zugriffe. Aber unser Erfolg ist nicht von hohen Abrufzahlen abhängig. Die Kunden sind Mitglied und da kommt es nicht auf die Intensität der Nutzung, sondern auf die Zufriedenheit an.

Wolfgang Link (ProSiebenSat.1): Wir dürfen nicht mehr isoliert auf Exklusitivität im Free-TV schauen. Wir müssen auch in den anderen Kanälen schauen, was drumherum passiert und wie wir das nutzen. Der große Bildschirm im Wohnzimmer wird aber auch in Zukunft weiterhin meistens Inhalte von den großen Sendern zeigen.

Gary Davey (Sky): Wir haben gezeigt, dass PayTV in Deutschland doch funktionieren kann. Die gute Nachricht für die gesamte Branche ist: Die neuen Anbieter haben bisher gezeigt, dass sie keine Konkurrenz für die alten Anbieter sind. Seitdem Netflix in Deutschland ist, gehören wir aufeinmal zu den alten Medien. Durch Partnerschaften versuchen wir hier hochwertige Produktionen in Deutschland zu realisieren.

Trivia:
– Wer etwas von sich hält, erwähnt “gerade aus dem Silicon Valley gekommen zu sein”.
– Der abwesende Protagonist in den Statetments der Panelisten in diesem Jahr: Netflix.

fiene & das digitale quartett #67 – wie wollen wir arbeiten?

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Die Freezing-Debatte hat in der vergangenen Woche für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Wir wollen das Thema noch weiter denken: Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Es gibt Firmen die sich über alternative Arbeitsformen Gedanken machen. Das schauen wir uns ab 21 Uhr an mit:

fiene & die campusradios nrw haben jetzt eine app

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Ich reiche euch normalerweise keine Pressemitteilungen weiter, aber die hier lohnt sich. Sie kommt vom geschätzten Kollegen Johannes Meyer vom Campusradio in Siegen. Er hat die vergangenen Monate ein Mammutprojekt vorwärts getrieben: Eine eigene App für die Campusradios in NRW. Eine App, alle Sender aufs Ohr. Ein schönes nachträgliches Geschenk auch für Radio Q, meine alte Heimat. Das Campusradio aus Münster ist am Wochenende 15 Jahre alt geworden.

Release der NRWCampusRadioApp

“Radio to go“- Das Campusradio in der Hosentasche immer bei sich tragen, dass ist jetzt möglich. Jetzt gibt es die Campusradio in NRW auch als App. Mit der neuen kostenlosen NRWCampusRadioApp können die Campusradios aus NRW jetzt auch mit dem Smartphone unterwegs gehört werden. Es braucht nur zwei, drei Klicks, schon ist jeder Hörer beim Livestream seines Lieblings-Campusradios.Die App bietet ihren Nutzern nicht nur das aktuelle Programm der Campusradios, sondern auch zusätzliche Infos über die Sender und ihre Macher, sowie Verlinkungen zu den Sender-Homepages und Links zu den sozialen Netzwerken. Außerdem kann jeder Hörer Mit der App eine Merkliste mit seinen Lieblingssongs zusammenstellen, exportieren und verbreiten. „Gerade Studierende hören Radio immer mehr über das Smartphone, daher war es an der Zeit, dass es die Campusradios jetzt auch als App gibt“, sagt Johannes Meyer der Initiator des Projekts.Die App ist für die Betriebssysteme iOS sowie Android verfügbar und lässt sich kostenlos im Apple Store oder bei Google Play herunterladen. Neben der App wird zeitgleich auch die Homepage online gehen, auf der es ebenfalls Informationen zu den jeweiligen Campusradios in NRW gibt.Mit der App wollen die Campusradios ihre Hörer noch besser erreichen, somit ist die App eine Ergänzung der bisherigen terrestrischen Ausstrahlung über Antenne mit der die Sender schon jetzt rund 2,5 Millionen Haushalte in NRW erreichen.Die App, sowie die Homepage sind ein Gemeinschaftsprojekt der Campusradios in NRW unter dem Dach von CampusRadios NRW e.V. Koordiniert wurde das Projekt von Johannes Meyer vom Campusradio der Universität Siegen, Radius 92,1. Programmiert wurde die App von Simon Theiß und Hans Heidingsfeld (beide Informatik-Studierende, Universität Siegen).

Was sind die NRW-Campusradios?

Mit 13 Campusradios an verschiedenen Hochschulstandorten verfügt Nordrhein-Westfalen über eine lebendige und vielfältige Hochschulradio-Landschaft, die in der Bundesrepublik ihres gleichen sucht.Die Campusradios in NRW haben sich als ein wichtiges Informations- und Unterhaltungsmedium für die Studierenden und Hochschulangehörigen etablieren können. Mit innovativen Musikformaten fernab des „Mainstreams“ werden die Campusradios mit einem unverwechselbaren Profil in der Radiolandschaft und bei ihrer Zielgruppe wahrgenommen. In der Regel strahlen die Campusradios ein drei bis zehnstündiges „Live-Moderiertes“ Programm aus. Neben einer Schwerpunkt-Magazinsendung am Morgen werden zudem vorproduzierte Spezialsendungen (Talk-Sendungen, Musiksendungen, Sondersendungen z.B. zu den Studierendenparlamentswahlen etc.) ausgestrahlt.

Die App für das iPhoneDie App für Androiddie Homepage.

fiene & der neue düsselcast

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Ich möchte euch ein neues Projekt servieren. Vor zehn Jahren ging es mit dieser Podcasterei los. Es gab viele spannende Entwicklungen der eigenen Projekte und auch in der Podcast-Szene. Ich freue mich sehr, dass in letzter Zeit viele Netzdenker das Podcasten für sich entdecken. Sie konsumieren, aber produzieren auch. Für mich persönlich gab es in den letzten zwei, drei Jahren ein Manko: Mir fehlte ein persönlicher, klassischer Podcast. Ohne Radioanschluss. Nichts mit Medien oder Internet. Etwas für die Stadt.

Vor einigen Wochen hat Philipp Wartenberg mir von einer Idee erzählt: Er möchte einen Podcast über die spannenden Leute unserer Stadt machen. Sich hinsetzen und deren Geschichte erzählen. Ich war sofort Feuer und Flamme – wir haben unsere Ideen zusammengeschmissen, programmiert, organisiert und Leute getroffen. Darf ich vorstellen? Hier ist die erste Ausgabe von unserem Düsselcast! Alle vier Woche möchten wir einen Düsseldorfer vorstellen, der etwas spannendes auf die Beine gestellt hat. Unsere Liste ist lang. Die reicht erst einmal für zwei Jahre. Aber euer Input ist natürlich auch gefragt!

Lust etwas auf die Ohren zu bekommen?

 

 

fiene & 15 jahre radio q

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Heute ist einer dieser Tage, an denen es sich lohnt mal wieder bei Radio Q reinzuhören, bei meinem alten Campusradio. Das wird heute 15!

Für 15 Stunden wird heute Programm gemacht – jedes Jahr bekommt eine Stunde. Die Leute des Jahres sind vor den Mikros und spielen die Musik, die Inhalte und erzählen die Geschichten. Wenn ich gerade in meinen Timelines sehe, wer alles hinfährt um auch abseits des Studios dieses wunderbare Jubiläum zu feiern, bin ich traurig nicht auch zum Aasee in Münster fahren zu können, um mal wieder den besten Keller der Stadt zu besuchen (aber erst funke ich bei DRadioWissen und dann ist auch noch das Barcamp Düsseldorf von meinem Arbeitgeber).

Hier sind meine 15 Jubiläumsgedanken zu Radio Q

  1. Schaltet (nicht nur heute) den Webstream ein
  2. Wie wir ein U-Boot im Aasee versenkten und dabei Digital ist besser sangen — vor fünf Jahren habe ich mich mal erinnert, wie wir das tollste Projekte aus meiner Q-Zeit umgesetzt haben: Das digitale Studio! Das war ein Mammutprojekt für uns damals – aber nach vielen Diskussionen und der Hilfe vieler engagierter Kollegen die beherzt mit angepackt haben, gelang das Projekt. Das war eins unserer größten Erfolge.
  3. Hat der Vorstandsraum eigentlich einen neuen Teppich bekommen?
  4. Genau vor 10 Jahren haben Herr Pähler und ich “Was mit Medien” gegründet. Seit dem funken wir regelmäßig unser kleines Medienmagazin. Das wir immer noch funken ist irgendwie unglaublich. Jeden Donnerstag (wie vor 10 Jahren) stellt sich kurz vor Start der Sendung ein kleines Glücksgefühl ein. Wie toll.
  5. Bei Radio Q habe ich Feedbackkultur gelernt. Mittlerweile kenne ich viele andere Redaktionen – dort ist das Thema meist ein heißes Eisen, ein eingerostetes Werkzeug. Oft sind es Campusradioleute, die für Wandel sorgen. Doch dafür braucht es einen langen Atem.
  6. Danke an Katharina und Manuela  & Co. für eine tolle Zeit in der Chefredaktion.
  7. Das Gefühl nur mal eben kurz im Sender vorbei schauen zu wollen, und dann doch den ganzen Tag dort abgehangen zu haben.
  8. Die besagte Sendung als Frau Krause als CvD mitten in einem Telefoninterview in der Redaktion “Fieeeeeneeeee” rief (wir können aber auch noch mal über ihre Papst-Sendung reden).
  9. In der Zeit habe ich viel über die “Broken Window”-Theorie gelernt.
  10. “Hallo und heiteres Geplänkel”.
  11. Am 9. November 2002 habe ich über meinen ersten Kontakt mit Radio Q gebloggt. Der Moderator im Studio war übrigens Jörg und an den ersten Kontakt mit Tim erinnere ich mich auch noch gut. Er war so groß und ich hatte etwas Angst.
  12. Hier ein Artikel von der Uni zum 6. Jubiläum des Senders.
  13. Die Campusradioworkshops der LfM sind vor allem auch im Rückblick unglaublich wichtig gewesen: Was wir dort gelernt und wen wir dort getroffen hat einen großen Einfluss auf das gemacht, was wir heute arbeiten.
  14. Es ist unglaublich toll zu sehen, wie alle Q-Kollegen in den Medien untergekommen sind. Wenn ich heute Bewerbungen sichte, schaue ich immer auch auf die Campusradiozeit. Bewerber die sich länger als ein Semester engagiert haben (oder gerne auch länger als zwei), sind so gut wie genommen. Das will echt was heißen.
  15. Radio Q. Wir sind der Campus!

Radio Q, feiere heute schön!

fiene & das digitale quartett #66 – die deutsche google-angst

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Die Tage werden länger,  im Fernsehen starten die neuen Staffeln unserer Lieblingsserien und auch das Digitale Quartett bietet wieder was für Auge und Ohr. Willkommen nach der langen Sommerpause, ihr Luddisten – wie wir Deutschen jetzt bei den Amerikanern bekannt sind.

Der Begriff Luddismus (oft deckungsgleich mit „Maschinensturm“ verwendet) bezeichnet eine der großen Wellen des Kampfes englischer Arbeiter Anfang des 19. Jahrhunderts gegen Statusverlust und drohende soziale Verelendung durch die einsetzende Industrialisierung.

(Quelle: Wikipedia)

Im SundayReview der New York Times ist am Wochenende erklärt werden, “Why Germans Are Afraid of Google“. Tatsächlich, das Verhältnis zwischen Google und Deutschland könnte besser sein (siehe gestern). Und es könnte auch nicht weniger widersprüchlich sein (dazu hatte ich vor ein paar Tagen auch etwas bei RP Online geschrieben).

Aber eigentlich sagt auch dieses Titelbild von heute alles:

Wir müssen reden: Über die deutsche Google Angst. Heute um 21 Uhr gibt es deswegen das Digitale Quartett Nr. 66 mit Thomas Knüwer, Ulrike Langer, Richard Gutjahr, Franziska Bluhm und mir.

Unsere Gäste:

Ab Seit 21 Uhr findet ihr an dieser Stelle den YouTube-Player. Unter dem Hashtag #quartett könnt ihr gerne mit diskutieren.

Eure Kommentare: 

 

fiene & who is my next enemy?

Eine kleine Randnotiz zur Anti-Google-Stimmung, die immer mal wieder in der deutschen Öffentlichkeit aufflackert. Warum eigentlich Google? Grundsätzlich bin ich der Meinung, das erfolgreicher Fortschritt nicht durch das Behindern von neuen Playern erzielt wird.

Die Anti-Google-Stimmung überzeugt mich deswegen so wenig, weil sie den Markt nicht wiedergibt. Haben die Google-Kritiker schon mal angeschaut, was Amazon macht? Das ist nicht mehr der kleine Online-Buchhändler. Schauen wir einfach mal alleine auf den Bereich Cloud-Computing: Amazons Servernetzwerk soll inzwischen weltweit die Nummer zwei sein. Direkt nach Google. Die unterschiedlichen Bausteine der Amazon-Produktwelt setzen sich immer besser zusammen und nicht wenige sagen: Hier entsteht etwas großes.

Während einige Politiker und Medien sich auf Google versteifen, macht es Sascha Lobo richtig. Lustigerweise setzt er Amazon etwas entgegen, indem er so etwas wie einen Verlag gegründet hat. Seit Freitag ist SoBooks.de für alle verfügbar. Eine Mischung aus gemeinsamen Lesezirkel, sozialen Netzwerk und Buchshop; alles im Webbrowser und in schön.

Dem Hessischen Rundfunk sagte er zum Start von SoBooks.de:

“Dies ist eine Kampfansage. Eine explizite Kampfansage tatsächlich an Amazon.”

Eine hörenswerte Einführung zu SoBooks gibt es von der Kollegin Nora Hespers bei DRadioWissen.

Natürlich klappert Lobo mit dieser Ansage ordentlich. Aber er wählt sich den richtigen Gegner aus. Er will ihn nicht auf der politischen Ebene stören, sondern setzt ihm etwas anderes entgegen: Ein besseres Angebot.

fiene & hafen im glück

Ich nehme euch mal eben mit auf eine kleine Tour durch meine Nachbarschaft. Wenn ihr zur Zeit durch den Medienhafen lauft, könntet ihr den Eindruck bekommen, “Tapete hinter Glas” sei ein neuer Dekotrend der in irgendeiner hippen Stadtlust-Zeitschrift ausgerufen wurde: Im Medienhafen wird derzeit das Laden-Wechsel-Dich-Spiel auf ein neues Level gehoben. Nach dem Nespresso und Starbucks den Hafen verlassen haben, der Essener Starbucks-Nachfolger Miamamia mit seinem komischen Service-Konzept und der Apple-Händler re:store auch kein Glück hatten, hat jetzt zuletzt auch das Breuers geschlossen (ja, ein Füchschen-Ausschank weniger). Aber was kommt? Schauen wir mal, was uns hinter den “Tapeten hinter Glas” erwartet.

Burger für Hafen-Bürger

Ende September (ob die das noch schaffen?) sollte Bob & Mary öffnen. Eine Burger-Schmiede, die auch auf Salat setzen wird. Endlich bekommt der Hafen auch etwas von den trendigen Burgerschmieden ab. Düsseldorf ist mit diesem Trend sowieso etwas spät dran. Schon vor der Eröffnung hat der Laden mehr als 2.200 Likes. Ob der Laden ein Erfolg wird? Ich bin etwas skeptisch.

Hier ein Eindruck der Ladenbesitzer von Innen:

Hans statt Fuchs

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Das ist eine kleine Überraschung: Im Breuers wird Hans im Glück öffnen. Endlich auch in Düsseldorf. Selbst Münster hat schon einen Hans im Glück. Das sind diese Burgerlädern mit Birkenstämmen. Gäste sehen in der Regel den Burger vor lauter Birken nicht – man fühlt sich aber unheimlich gesund, wohl und hip. Bob & Mary muss sich einiges einfallen lassen, um gegen das erprobte Konzept erfolgreich zu sein.

Wein ist der neue Kaffee

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Eine Ewigkeit steht der Nespresso-Laden schon leer. Noch immer sollen angeblich samstags die Golfer aus Büderich, mit ihrem Pulli um den Schultern geworfen, vorfahren um dann festzustellen, dass der Laden schon lange auf der Kö ist. Jetzt kommt hier eine Weinbar hin. Aber was ist davon zu halten, wenn auf der Eröffnungsseite schon “ambitioniertes Ladenkonzept” steht? Davon hat der durstige Kunde eher wenig.

Tapas statt Bohnen

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Im Ex-Starbucks-Ex-Miamamia-*Geschäft eröffnet demnächst (vermutlich) eine Tapasbar. Die Kombination aus Tapas- und Weinbar ist spannend. Ob die Nicht-Ketten sich aber halten können?

Zur Not “was mit Immobilien”

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Und dann haben wir noch einen neuen Immobilien-Laden, der den Eindruck eines Platzhalters vermittelt. Wenn es schon zwei Burgerläden gibt, bräuchten wir doch eigentlich auch einen Frozen Yoghurt Laden. Dann würde der Medienhafen wieder alle hippen Klisches bedienen.